artburst berlin mit lebendigen Strukturen oder festen Elementen

Opening
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In der Architektur Galerie Berlin präsentiert artburst berlin künstlerische Arbeiten, die sich mit Architektur als Mittel des Ein- und Ausschlusses und der Abwehr, mit ihrer Abgeschlossenheit und dem Potential ihrer Öffnung auseinandersetzen. Die Ausstellung versammelt mit den Werke von Anastasiia Batishcheva, Janne Höltermann, Tiziana Krüger, Annina Lingens sowie Hee Seo, vielschichtige Auseinandersetzungen mit diesem Themenkomplex mittels Architekturmodell, Installation, Fotografie, Skulptur und Video.

Ausgangspunkt für diese Gruppenausstellung ist unsere tägliche Konfrontation mit Orten, die in ihrer Bestimmung menschenfeindlich, abgeschottet und undurchsichtig sind. Die Gestaltung des öffentlichen Raums ist immer auch Ausdruck von Machtverhältnissen, ganz unabhängig davon, ob es sich um urbane oder ländliche Umgebungen handelt. Viele der Architekturen, denen wir im Alltag begegnen, sind dafür geschaffen, Menschen auszuschließen, um anderen einen vorgeblich sicheren Ort zu bieten. Im öffentlichen Raum versperren sich städtebauliche Elemente gegen eine Aneignung, während sie gängige Handlungen der vermeintlichen Mehrheitsgesellschaft begünstigen. Doch nicht nur der öffentliche Raum, auch der eigene Wohnraum bietet nicht den erhofften Schutz, wenn er an Aufenthaltsgenehmigungen geknüpft oder durch Spekulation und Gentrifizierung bedroht ist. Die eigenen vier Wände, die immer auch an äußere Faktoren gekoppelt sind, beeinflussen unsere Selbstempfindung ebenso wie unsere Verortung in der (Stadt-)Gemeinschaft.

Die fünf Positionen versuchen eine künstlerische Annäherung an diese starren Strukturen und ihre Umgebungen. Die Beziehung zu denjenigen, die sie nutzen oder eben nicht nutzen können, rücken hier in den Fokus. Mittels unterschiedlicher Medien treten die Künstler:innen in einen Dialog mit ihrer Umwelt, stellen die schützende Funktion von Architektur in Frage und artikulieren mit ihren Werken die teilweise unaussprechlichen Gefühle, die sich in der Auseinandersetzung mit Architektur aufdrängen.

Mit der Präsentation der vorgestellten Arbeiten möchte artburst berlin einen Raum schaffen, in dem Besucher:innen, Kurator:innen und Künstler:innen gemeinsam Gegenentwürfe für ein zukünftiges Miteinander entwickeln können. Die Künstler:innen bieten anhand ihrer Werke keine endgültigen Antworten, sondern regen zum Nachdenken an. Sie laden dazu ein, die Komplexität unserer Beziehung zur gebauten Umwelt zu reflektieren und neue Perspektiven auf vermeintlich unbedeutende Orte zu entwickeln.

Artburst berlin e.V. ist ein Kunst- und Kulturverein, der seit 10 Jahren ehrenamtlich Ausstellungen mit lokalen und internationalen Künstler:innen in Berlin organisiert. Die Ausstellungen widmen sich aktuellen, gesellschaftlich relevanten Themen. Dabei vertritt artburst intersektionale, feministische und post-migrantische Blickwinkel. Dabei ist es ein zentrales Anliegen, Sichtbarkeit für diverse Lebensrealitäten sowie Raum für Austausch und Vernetzung zu schaffen. Die Ausstellungen zielen darauf ab, Menschen in gemeinsamer Auseinandersetzung mit Kunst zusammenbringen. Mit den Netzwerken, die wir für und mit Künstler:innen schaffen, fördert artburst berlin die Begegnung vielfältiger Visionen.

Künstler*innen:
Anastasiia Batishcheva
Janne Höltermann
Tiziana Krüger
Annina Lingens
Hee Seo